Hochwasser Sachsen


Alarmierung

Am 03.06.13 gegen 14:00 Uhr wurden die Wehrführer der Babenhäuser Stadtteilwehren darüber informiert das es am 04.06 zur Unterstützung nach Sachsen gehe. Eine Kräfteabfrage wurde somit durchgeführt. Zu einer Infoveranstaltung konnten 30 Kameraden aller Wehren um 18:45 Uhr im Stützpunkt in Babenhausen begrüßt werden.

Abfahrt

Am 04.06. um 05:00 Uhr trafen sich 25 Einsatzkräfte der Babenhäuser Wehren, sowie die Kräfte der Feuerwehren Dieburg, Groß-Umstadt, IUK Gruppe Groß-Bieberau und der Verpflegungszug des DRK Zeilhard-Georgenhausen am Stützpunkt in Babenhausen um gemeinsam im Verband nach Dresden aufzubrechen.

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Ankunft und Unterkunft

Gegen 14:00 Uhr traf der Verband in Dresden ein. Durch den stellv. KBI Dieter Pabst und den SBI der Feuerwehr Babenhausen Mario Wörner konnte der Verband gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Darmstadt, der Freiw. Feuerwehr Darmstadt und dem Verpflegungszug des DRK Darmstadt, in drei Turnhallen der TU Dresden untergebracht werden. Zwei Hallen wurden als Schlafräume genutzt. Eine weitere als "Speisesaal". Die TEL (Technische Einsatzleitung) der Südhessichen Einsatzkräfte wurde in einem Verbindungsflur der zwei Hallen eingerichtet und hatte somit eine optimale Lage, um den Kräften Informationen zukommen zu lassen.

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 Warten auf Einsätze

Nachdem die Schlafstätten hergerichtet waren und die Kräfte sich einen Überblick über das Areal der Uni verschafft hatten, saß man in gemütlicher Runde beisammen und erwartete die ersten Einsatzaufträge. Nachdem man gegen 20:00 Uhr immer noch tatenlos da saß, wurden wir unterrichtet das wir am kommenden Tag eingesetzt werden würden. Am 05.06 setzte sich die Wartezeit zunächst bis ca. 11:00 Uhr fort.

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Die ersten Kräfte rücken aus

Gegen 12:00 Uhr rückten zwei Züge bestehend aus 2 WLF, 2 LF und GW/L in Dresdens Innenstadt aus. Der Einsatzauftrag lautete: "Sand organisieren, Sandsäcke füllen und an diverse Brennpunkte Verteilen". Zeitnah wurden zwei Absetztmulden für die WLF´s organisiert und eine Kiesgrube gefunden die über den benötigten Sand verfügt. Doch den motivierten Einsatzkräften wurde schon bald ein Schlag ins Gesicht erteilt. Sie sollten ihre Arbeit einstellen (weiteres wird an dieser Stelle nicht komentiert). Den rund 1000 freiwilligen Helfern die als Untertsützung in die Kiesgrube kamen, fehlten die Worte als die Gerätschaften zurükgenommen wurden.

Erneutes warten angesagt

Nachdem alle Kräfte wieder auf dem Unigelände waren, saß man erneut zusammen redete über das eben erlebte und hoffte das die rund 180 Südhessen doch noch eingesetzt werden. Ab 22:00 Uhr hieß es dann endlich "zwei Züge rücken raus". Um 03:00 rückte der GW/L der Feuerwehr Babenhausen nach und brachte die Sandsackfüllmaschine zur Einsatzstelle.

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Hilfe dringend benötigt

Die ausgerückten Kräfte fuhren in den kleinen Ort Wildberg der Gemeinde Klipphausen. Dort waren bereits örtliche Kräfte, als auch Feuerwehren aus Nordhessen eingesetzt. Einen ca. 600m Deich galt es dort zu halten. Die ganze Nacht wurden Sandsäcke befüllt um diese auf dem Deich aufzubringen. Wasser welches sich durch den Deich drückte wurde abgepumt und Kontrollgänge durchgeführt. Um 07:00 Uhr lösten die restlichen Südhessen die Nachtschicht ab. Der Zug der Feuerwehren Babenhausen kam dort ebebfalls zum Einsatz. Bis 16:00 Uhr wurden die o.g. Arbeiten weitergeführt. Die Ablöse erfolgte durch Kräfte der Feuerwehren aus Bad Homburg. In 18 Stunden wurden durch die Südhessichen Wehren ca. 120. 000 Sandsäcke befüllt und verlegt. Unterstützt durch ca. 300 freiwillige Helfer und der Bundeswehr. Den Dank der Anwohner äußerte sich uns gegenüber in der erstklassigen Versorgung. Ständig wurden wir mit Wurstbrötchen, Kuchen, Süßigkeiten, kalten/warmen Getränken und sogar Sonnenmilch und Schokoküssen versorgt. Zum Mittagessen wurde Schweinebraten und Fischfilet angeboten.  Ein sehr positives erlebnis , dass den "Vorfall" des Vortages in den Hintergrund stellte.

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Weitere Einsatzstellen

In dem zum teil evakuierten Ort Cossebaude arbeiteten zeitgleich weitere Züge im Schichtbetrieb. Dort galt es mit Pumpen den Grundwasserspiegel niedrig zu halten, der ein Pumpwerk massiv bedrohte. Der Zug der Babenhäuser Wehren wurde um am 07.06 um 22:00 Uhr ebenfalls an den Einsatzort Cossebaude beordert, kam allerdings nicht mehr zum Einsatz.

Abschluss

Es ist nicht nicht zu bestreiten, dass die 180 Kräfte besser und Zeitnah hätten eingesetzt werden können. Dieser Umstand ist allerdings nicht unserer eigenen TEL zuzuschreiben, sondern den übergeordneten Stellen. Doch dies zu bewerten und aufzuarbeiten sollte nicht unsere Arbeit sein. Die Einsatzstellen die uns zugeteilt wurden, konnten alle mit Erfolg abgearbeitet werden. Somit kann man diesen Einsatz als erfolgreich verbuchen.

In Sachen Unterkunft und Verpflegung gibt es keinerlei negatives zu Berichten. Die Sanitäranlagen wurden mehrmals am Tag gereinigt und der Verpflegungszug hat in Sachen Essen und Trinken eine super Arbeit geleistet. Auch in Sachen Kameradschaft und Teamgeist waren die fünf Tage ein voller Erfolg.

Mehr Bilder finden sie hier


Presseberichte

OP Online 04.06.13 (Einsatz gegen das Hochwasser in Dresden)

Echo Online 05.06.13 (Helfer, die nicht helfen dürfen)

Fernsehbeitrag hr 05.06.13

Echo Online 06.06.13 (Südhessische Feuerwehren dürfen in Sachsen endlich helfen)

Fernsehbeitrag hr 06.06.13

Echo Online 07.06.13 (Südhessen kämpfen in Sachsen gegen den Dammbruch)

Allgemeine Zeitung 08.06.13 (970 Hessen helfen bei Hochwasser)

Fernsehbeitrag Mittelsachsen Journal (Wildberg am Anfang des Hochwassers)

Echo Online 11.06.13 (Südhessen beenden vorzeitig Einsatz in Sachsen)

OP Online 14.06.13 (Hochwasserhilfe mit Zwangspause)

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