Hauptversammlung aller Ortsteilwehren Babenhausens

Dauerbrenner ist die Rekrutierung

jhv stadt 2018

Harpertshausen - Sein erstes Jahr an der Spitze der Feuerwehr Babenhausen liegt hinter Stadtbrandinspektor Achim Frankenberger. Bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung aller fünf Feuerwehren des Stadtgebietes im Harpertshäuser DRK-Heim zog er ein Resümee. 

Einen wichtigen personellen Wechsel hatte es im zurückliegenden Jahr an der Spitze der Babenhäuser Feuerwehr gegeben. Achim Frankenberger hatte das Amt des Stadtbrandinspektors von Mario Wörner übernommen und leitet seither die Einsatzabteilung, die aus insgesamt 211 aktiven Brandschützern der Freiwilligen Feuerwehren der Kernstadt sowie aus Hergershausen, Harpertshausen, Langstadt und Sickenhofen besteht. Sein Stellvertreter ist Heiko Plischke, der Florian Sawallich im Amt ablöste. „Dieser Wechsel an der Führungsspitze hatte auch Folgen für das allgemeine Dienstgeschäft“, sagte Frankenberger, der anders als seine drei Amtsvorgänger nicht bei der Stadt beschäftigt ist. Seine Vorgänger hätten „auf dem kleinen Dienstweg“ und im Tagesgeschäft viele Dinge erledigen können, die in den Aufgabenbereich des Stadtbrandinspektors fallen. Er müsse dieses Ehrenamt mit seinem Hauptberuf in Einklang bringen.

Frankenberger ist als Fachkraft für Arbeitssicherheit im Bereich vorbeugender Brandschutz tätig. Die Vereinbarkeit seines Brotberufes mit dem verantwortungsvollen Ehrenamt funktioniere nur, weil die Aufgaben des Stadtbrandinspektors jetzt auf mehr Schultern verteilt würden und weil er und sein Stellvertreter von ihren Arbeitgebern „relativ problemlos“ freigestellt würden, sagte er.

Im Jahr 2017 wurde die Gesamtwehr zu 235 Einsätzen gerufen. „Mit dieser Anzahl liegen wir weit über Vorjahresniveau“, sagte der Stadtbrandinspektor, der auf einzelne und besonders schwere Einsätze in der Rückschau noch einmal im Detail einging, auch um zu zeigen, wie breit das Spektrum wieder war. Dabei betonte er: „Hinter jedem einzelnen Einsatz verbergen sich unterschiedliche Schicksale und Folgen für die Betroffenen. So entstand teilweise erheblicher Sachschaden, es gab Tote und Verletzte. Diese Belastung geht auch an den Einsatzkräften nicht immer ohne Spuren vorbei. Gerade wenn es sich bei den Opfern um junge Leute handelt.“

Sei einigen Jahren bereits zeigt sich eine Veränderung des Einsatzspektrums und eine Verschiebung des Schwerpunktes von den Brandeinsätzen, die im vergangenen Jahr nur noch 15 Prozent ausmachten, auf technische Hilfeleistungen, die mit 76 Prozent zu Buche schlugen.

Von den 235 Einsätze entfielen 149 auf die Kernstadt, 37 auf Langstadt, 21 auf Hergershausen, ebenfalls 21 auf Sickenhofen und sieben auf Harpertshausen. Nicht nur beim Blick auf die Verteilung der Einsätze, auch beim Größenvergleich der einzelnen Einsatzabteilungen mit den jeweiligen Bevölkerungszahlen fällt eins auf: Die Kernstadtwehr ist mit 66 aktiven Mitgliedern, die auf 10.014 Kernstadtbewohner kommen, besonders stark gefordert. Diese Truppe ist zudem für den Brandschutz im benachbarten Harreshausen mit 1102 Einwohnern zuständig. Zum Vergleich: In Langstadt kommen 60 Aktive auf 1637 Bewohner, in Hergershausen 30 Aktive auf 2 288 Einwohner, in Harpertshausen mit 740 Einwohnern gibt es 24 Einsatzkräfte und in Sickenhofen mit 1 515 Bewohnern sind 31 Feuerwehrleute aktiv. „Um die Tagesalarmsicherheit zu gewährleisten, werden tagsüber die Stadtteile Langstadt und Harpertshausen sowie Hergershausen und Sickenhofen zusammen alarmiert“, sagte Frankenberger.

Die Gewinnung von neuen Einsatzkräften ist ein Dauerbrennerthema bei den Blauröcken. Eine Arbeitsgruppe, die durch Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm initiiert wurde, bemühe sich seit vergangenem Jahr für das Ehrenamt Feuerwehr Anreize zu schaffen, sagte Frankenberger. Die wichtigste Rekrutierungsquelle sind die Jugendfeuerwehren, die aktuell aus insgesamt 82 Jugendlichen und der 16-köpfigen Kinderfeuerwehr in Hergershausen bestehen.

Beeindruckend war die Zahl von 17 191 Stunden, die von den Feuerwehrleuten im vergangenen Jahr ehrenamtlich geleistet wurden, darunter die Einsätze, Übungen, Schulungen, Lehrgänge, Katastrophenschutzausbildung und anderes. Mit der Anerkennungsprämie des Landes Hessen wurden 15 Feuerwehrleute ausgezeichnet: Für zehn Jahre Frank Bornschlegell, Lukas Müller, Eric Schweingruber und Christoph Schnur, für 20 Jahre Jens Rodenhäuser, Oliver Becker und Frank Herdt, für 30 Jahre Holger Brand, Oliver Kaffenberger, Jörg Sauerwein, Andreas Schnur und Christof Hiemenz, für 40 Jahre Harald Berz, Werner Flechsenhar und Dieter Geißler. Eine gute Nachricht verkündete Bürgermeister Joachim Knoke: Das neue Löschfahrzeug für Sickenhofen sei beschlossen und vom Magistrat in Auftrag gegeben worden.

Von Petra Grimm (Offenbach-Post)