Sturmtief Emma richtet in Langstadt starke Schäden an

Am Samstag, den 03.03.2008 zog gegen 07:30 Uhr, ein starkes Gewitter mit kräftigen Windböen über Langstadt hinweg. Diese Begleiterscheinung des Orkans Emma richtete im Bereich Hißlachestraße, Kleestädterstraße, Goethe- und Schillerstraße starke Verwüstungen an.

Als die Feuerwehr Langstadt gegen 07:45 alarmiert wurde und kurz darauf in die Kleestädterstraße fuhr, bot sich den Einsatzkräften folgendes Bild:

Die komplette Straße war bedeckt mit Dachziegelteilen, Ästen, Antennen und abgerissenen Hausverkleidungen. Um die minütlich hinzukommenden Einsatzstellen einer Kategorie zuteilen zu können und um den Funk zu entlasten wurde das Feuerwehrhaus besetzt um dort telefonisch die Einsätze von der Leitstelle entgegen zu nehmen.

Dachstuhl nahezu komplett zerstört

An einem Gebäude enstand ein besonders schwerer Schaden, nahezu alle Dachziegel und teilweise die Unterkonstruktion waren weggeweht worden. Ein Sichern des Dachstuhls und das Abnehmen absturtzgefährdeter Teile wurde durch die Feuerwehr veranlasst. Weiter wurden in der Kleestädterstraße noch vier weitere Dächer gesichert und teils mit Planen gegen aufkommenden Regen abgedeckt.

Bäume auf Häusern

In der Hißlachestraße wurden teils schon umgefallene Bäume von den Häusern entfernt. Bäume die schon eine gefährliche Schräglage hatten, wurden gefällt oder gesichert. Allein in dieser Straße fielen fünf Bäume dem Orkan zum Opfer.

Unterstützung war nötig

Die bereits alarmierten Kräfte der Stadtfeuerwehren Babenhausen, wurden nach Beendigung ihrer Einsätze nach Langstadt beordert. Die immer neuen Meldungen konnten die Kameraden der Feuerwehr Langstadt unmöglich alleine abarbeiten. Der Gelenkmast der Feuerwehr Babenhausen und der Teleskopmast der Feuerwehr Münster kam an zwei Einsatzstellen zum Einsatz. Die Kameraden aus Harpertshausen und Sickenhofen trugen ebenfalls zur Abarbeitung der Einsätze bei.

Entspannung in Aussicht

Gegen 11:30 wurden uns keine weiteren Einsatzstellen mehr gemeldet, so konnten die noch verbleibenden in Ruhe bearbeitet werden. Als die Feuerwehr Langstadt gegen 14:15 zurück im Feuerwehrhaus war, konnte man 17 abgearbeitete Einsätze verbuchen. Nach einer Stärkung wurden alle Gerätschaften überprüft und wieder einsatzbereit gemacht.

Nachläufer ließen nicht lange auf sich warten

Alle Geräte waren verladen, die Kräfte waren umgezogen und der Leitstelle wurde gemeldet, dass man nun in der Unterkunft sei und den Funk abschalten würde. Doch diese Situation sollte nicht lange so bleiben, um 15:55 ging ein erneuter Alarm mit dem Stichwort "Sturmschaden" ein. Abermals wurde der Gelenkmast aus Babenhausen angefordert, um an einem  Wohnhaus lose Dachziegel zu entfernen. Noch während des laufenden Einsatzes kam eine weitere Meldung über Äste, die stark in die Fahrbahn hängen, ein.

Am darauffolgenden Abend wurden wir nochmals zu einem Wasserschaden alarmiert. Durch ein vom Sturm beschädigtes Dach drang durch Starkregen Wasser in den Dachboden ein. Als dieses Wasser im 2. OG durch die Wohnzimmerdecke lief, wurden wir von den Bewohnern alarmiert. Das Aufnehmen des Wassers mittels Wassersauger dauerte ca. 2 Stunden.

Fazit

Insgesamt 112 Einsatzkräfte der Feuerwehren Babenhausen leisteten in ihrer Freizeit 1360 Arbeitsstunden. An 17 Einsatzstellen wurde alleine in Langstadt den Bürgern geholfen. Dies zeigt wieder wie wichtig die Freiwilligen Feuerwehren sind. Auch in kleineren Orten kann man auf sie nicht verzichten. Auch wenn die Einsatzzahlen der "kleinen" Wehren oft gering sind, zeigte dieser Tag, dass es immer und überall zu solch großen Schadensereignissen kommen kann.


Presseberichte:

Main Netz (Orkan »Emma« tobt über Langstadt)