22-mal im Corona-Jahr ausgerückt / Jugendwehr wird 50 Jahre alt

Feuerwehr-Einsatzabteilung in Langstadt ist gut besetzt

Ein geschlossenes Feuerwehrhaus, zeitweise komplett stillgelegter Übungsbetrieb, reduzierte Weiterbildung und Einsätze unter strengen Hygieneauflagen: Das Coronajahr 2020 verlangte auch den Langstädter Blauröcken einiges ab, wie der Bericht des Wehrführers Heiko Plischke bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Gerätehaus verdeutlichte.

Langstadt - Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen – Plischke betonte, wie wichtig praxisnahe Übungen für einen professionellen Einsatz sind – stemmten die insgesamt 46 aktiven Feuerwehrleute, darunter vier Frauen, im vergangenen Jahr 22 Einsätze. Diese gliedern sich auf in neun Voraushelfer-Einsätze, neun technische Hilfeleistungen und vier Brandeinsätze. Ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Zwei Einsätze verdienen besondere Erwähnung: Zum einen die Beteiligung an der Evakuierung Harreshausens wegen des Bombenfundes im Januar 2020 und zum andere ein Brand im November im Nachbarort Harpertshausen. Hier sei anfangs ein brennender Flechtzaun gemeldet worden, sagte Plischke. Vor Ort stellte sich die Sache dann allerdings dramatischer dar, denn es brannte nicht nur ein Zaun, sondern auch zwei Fahrzeuge. Über zwei Stunden dauerte der massive Schaumangriff unter Atemschutz. Für Plischke bleibt nach dem Einsatz „ein fader Beigeschmack“, wie er sagte. Denn man stellte weitere Brandstellen im Umkreis fest, was auf Brandstiftung hindeute.

Um in Kontakt miteinander zu bleiben wurden online Gruppenabende und Sitzungen abgehalten, in denen auch verschiedene Unterrichtseinheiten absolviert wurden. Das gesellige Miteinander kam durch die Pandemie fast ganz zum Erliegen. „Kein Besuch bei der Partnerwehr in Trebesing, kein Ausrichten der Kerb, kein Jahresabschlussabend, sonstige Sonderübungen und Ausflüge“, bedauerte der Wehrführer, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Carsten Staudter die Truppe trotz aller Widrigkeiten zusammenhalten konnte. Die traditionell Mitglieder starke Langstädter Einsatzabteilung ist mit einem Aus- und einem Eintritt gleich groß geblieben.

Auch die Vorstandssitzungen des Vereins wurden ab März als Videokonferenzen abgehalten, wie der Vorsitzende Alexander Lindemayer berichtete. Einige der geplanten Arbeiten am Feuerwehrhaus habe man trotz Corona in kleiner Besetzung durchführen können, so die Umstellung der Fahrzeughallenbeleuchtung auf LED-Licht und das Anlegen des Flurs. Die Planungen für das Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr im kommenden Jahr laufen. Als Termin nannte Lindemayer den 25. Juni. Die eigentlich für dieses Jahr geplanten gegenseitigen Besuche anlässlich der seit 30 Jahren bestehende Freundschaft und Partnerschaft mit der Feuerwehr in Trebesing werden auf kommendes Jahr verschoben. „Dann feiern wir 30 plus 1“, sagte der Vorsitzende.

Der seit den Wahlen im vergangenen Jahr vakante Posten des stellvertretenden Jugendfeuerwehrwartes wurde besetzt. René Maurer wurde einstimmig gewählt und wird jetzt gemeinsam mit Jugendfeuerwehrwart Simon Friedrich die Jugendabteilung führen. „Die ist von 17 auf 25 Jugendliche angewachsen“, lobte der Wehrführer die erfolgreiche Nachwuchsarbeit.

jhv 2021Neuer stellvertretender Jugendfeuerwehrwart in Langstadt ist René Maurer (Mitte).
Ihm gratulierten Vorsitzender Alexander Lindemayer (links) und Wehrführer Heiko Plischke. © Grimm


Quelle Bild & Text: Offenbach Post (Grimm)